Die Begonien haben ihren evolutionären Ursprung vermutlich im afrikanischen Kontinent, von wo aus sie sich in mehreren Ausbreitungswellen über die tropischen Regionen der Welt verteilten. Ihr heutiges Verbreitungszentrum liegt in den feuchten, schattigen Unterwäldern der Tropen, insbesondere in Brasilien und den Andenregionen Südamerikas, aber auch in den Regenwäldern Südostasiens. Der Name "Begonia" wurde von dem Botaniker Charles Plumier zu Ehren von Michel Bégon, einem französischen Gouverneur und Förderer der Botanik, vergeben. Diese standortreiche Herkunft erklärt die unterschiedlichen Ansprüche der verschiedenen Arten: Während einige Arten in humusreichen Böden im tiefen Schatten gedeihen, haben sich andere als Aufsitzerpflanzen (Epiphyten) auf Bäumen oder an felsigen Standorten spezialisiert.
Die vielleicht bedeutendste nutzbare Eigenschaft liegt im Bereich der Phytomedizin. Ethnobotanische Studien, insbesondere aus China, Brasilien und Malaysia, dokumentieren die traditionelle Verwendung verschiedener Begonia-Arten zur Behandlung von Entzündungen, Atemwegserkrankungen, Hautverletzungen und Magenbeschwerden. Wissenschaftliche Analysen haben diese Anwendungen teilweise bestätigt und die zugrundeliegenden Wirkmechanismen aufgeklärt. So wurden in mehreren Arten, darunter Begonia cucullata und Begonia fimbristipula, eine Fülle bioaktiver Verbindungen wie Tannine, Saponine, Flavonoide und insbesondere Oxalsäure sowie deren Derivate nachgewiesen. Diese Substanzen besitzen nachweislich antioxidative, antimikrobielle und entzündungshemmende Potenziale. Extrakte aus Begonia-Blättern zeigen in vitro oft eine signifikante Aktivität gegen verschiedene Bakterienstämme und Pilze, was ihre traditionelle Anwendung zur Wunddesinfektion plausibel macht.